Geisteswissenschaftler einstellen
Academic Life, Career

Stellt Geisteswissenschaftler ein!

Geisteswissenschaftler einstellen? Eine gute Idee! Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler haben es nicht leicht. Sie studieren Philosophie, Germanistik oder Kunstgeschichte und haben die ewigen Diskussionen allmählich satt. Den durchgekauten Spruch, ob sie später als Taxifahrer arbeiten möchten, können Sie schon lange nicht mehr hören. Ein Plädoyer für die Geisteswissenschaft!


Geisteswissenschaftler sind unterschätzt!

Natürlich kommen doofe Sprüche meist nicht von ungefähr. Das ewige Lied vom Taxifahrer ist immer noch darauf zurückzuführen, dass Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler einen nicht ganz so leichten Berufseinstieg haben. Viele arbeiten nach dem Studium auf Honorarbasis und haben größere Schwierigkeiten, einen unbefristeten Job zu ergattern. Der Berufsweg nach einem geisteswissenschaftlichen Studium ist nicht so vorgefertigt wie in anderen Studiengängen, die auf einen bestimmten Beruf oder ein Berufsfeld abzielen. Das Studium ist also dementsprechend auch nicht eine direkte Rutschbahn in den Job. Auch die Gehälter sind in den geisteswissenschaftlichen Arbeitsgebieten deutlich niedriger als für BWler, Juristen und Mediziner. Viele Personaler scheuen sich davor, Positionen mit „Fachfremden“ zu besetzen und unterschätzen damit das Potential vieler Absolventinnen und Absolventen.


Nicht anwendbares, theoretisches Wissen?

„Brauchst Du das, was Du im Studium gelernt hast, jemals wieder?“ Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler lernen in ihrem Studium nicht nur theoretisches, unanwendbares Wissen. Viele Studiengänge fordern von ihren Studierenden eine sehr gute Auffassungsgabe und Merkfähigkeit, um die großen Stoffmengen zu verarbeiten. Komplexe Themen müssen verstanden und analysiert werden. Daher lernen „GeWis“ in ihren Studiengängen auch analytisches und lösungsorientiertes Denken. Fähigkeiten also, die auch für Arbeitgeber aller Branchen eine wichtige Rolle spielen. Durch ein geisteswissenschaftliches Studium werden vor allem auch Schlüsselqualifikationen geschult. Viele zeichnen sich durch eine hohe Kommunikationsstärke, organisatorisches Geschick und Kreativität aus. Nicht wenige Historiker haben ein besseres Zahlenverständnis als so mancher BWLer.


Geisteswissenschaftler einstellen? Aber ja doch!

Viele, die eine Geisteswissenschaft studiert haben, brauchen für einen gelungenen Berufseinstieg Ausdauer, Kreativität und vor allem Flexibilität. Gezielt gesucht werden sie nämlich leider immer noch nicht wirklich. Lediglich ein Prozent aller Stellenanzeigen richtet sich direkt an Absolventinnen und Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer. Oftmals brauchen sie deswegen länger als andere, um tatsächlich Fuß in der Arbeitswelt zu fassen. Die Arbeitslosigkeit ist aber auch hier deutlich unter dem allgemeinen Durchschnitt. In geisteswissenschaftlichen Studiengängen kommt es vor allem darauf an, gute Praktika zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und auch nicht vor Initiativbewerbungen zurückzuschrecken.


Die Scheu der Arbeitgeber, Absolvierende geisteswissenschaftlicher Fächer einzustellen, ist, das kann man schon so sagen, nicht besonders klug. Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler landen früher oder später (eher später!) auf qualifizierten Stellen und sind dort auch erfolgreich. Die Statistiken sind da eindeutig. In Zeiten des Fachkräftemangels wäre es also definitiv effizienter, sie früher einszustellen und gezielt weiterzuqualifizieren.


Also liebe Personaler, stellt Geisteswissenschaftler ein!


Werde Mitglied der Thesius-Community!

Ob als Ersti oder kurz vor der Masterarbeit: Werde Teil der Thesius-Community und erhalte Unterstützung in allen Lebenslagen. Ob Jobs, Fragen aller Art oder ein Thema für Deine Abschlussarbeit: Thesius ist Deine Anlaufstelle im Studium!


Finde Dein Thema  Booste Deine Umfrage  Stöbere in den JobsZum Forum