Dauerhafter Stress führt häufig zu einem Burnout.
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Burnout im Studium

Aus „für etwas brennen“ kann ein „Ausgebranntsein“ werden. Was ähnlich klingt, ist grundverschieden. Das Syndrom, das auch als Managerkrankheit bezeichnet wird, trifft längst nicht mehr nur Menschen mit einem hohen Stressfaktor im Job. Immer mehr Studierende leiden unter Burnout. Die, offiziell anerkannte Krankheit, beschreibt einen Zustand der mehrere Monate anhalten kann und sich durch körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung bemerkbar macht. Weitere Infos zu den Anzeichen vom Burnout im Studium, sowie Risikogruppen und Präventionsmaßnahmen gibt’s im Text.


Welche Anzeichen oder Symptome für Burnout gibt es?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Dennoch gibt es Symptome, die sich bei vielen Menschen mit dieser Diagnose häufen. Dazu zählen:

Das Gefühl alles zu schaffen
Zu Beginn strotzen Betroffene nur so voller Energie. Eigene Bedürfnisse werden ausgeblendet oder ignoriert. Parallel dazu entwickelt sich das Gefühl, dauerhaft erschöpft oder müde zu sein. Eine Erholung vom Studium oder Nebenjob gelingt auch in der Freizeit kaum noch.


Geringere Leistungsfähigkeit beim Burnout
Konzentrationsstörungen, Nervosität, Gereiztheit und eine hohe Fehlerquote bestimmen den Studienalltag. Viele versuchen diese Probleme durch noch mehr lernen zu kompensieren. Doch das Gegenteil tritt ein: Das Studium raubt Dir noch mehr Kraft und Deine emotionale Belastbarkeitsgrenze sinkt. Die Müdigkeit wird chronisch.

Innere Leere und veränderte Wesenszüge
Antriebslosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle und Resignation in fast allen Lebensbereichen sind der traurige Höhepunkt des Burnout-Syndroms. Auch das Gefühlswesen und die Wesenszüge verändern sich bei den Betroffenen. Die seelischen Beschwerden wirken sich langfristig auch auf den Körper aus. Albträume, häufige Infekte, Magen-Darmbeschwerden, starkes Herzklopfen, Kopfschmerzen oder Atemprobleme können begleitend dazu auftreten. Menschen, die an einem Burnout-Syndrom leiden, greifen häufiger zu Alkohol, Zigaretten oder anderen Drogen – das Risiko einer Suchterkrankung ist demnach erhöht.


Burnout: Wer zählt zur Risikogruppe?

Neben den Workaholics, Manager und Managerinnen und Menschen mit überdurchschnittlich hoher Verantwortung, zählen auch Studierende mit einem hohen Arbeitspensum und Doppelbelastungen zur Risikogruppe. Es sind oft die Ehrgeizigen oder die Perfektionisten, die am Burnout erkranken. Mittlerweile ist das Burnout zu einer Volkskrankheit geworden, Studierende, Berufseinsteiger oder auch Hausmänner und -frauen können davon betroffen sein. Die Gemeinsamkeit? Der Pausen-Knopf fehlt. Auszeiten? Fehlanzeige. Es trifft oft Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst und andere stellen, die nach Perfektion streben, zugleich aber ein geringes Selbstwertgefühl haben. Zudem können private Rückschläge ein Burnout begünstigen. Besonders dann, wenn der Rückhalt im privaten Umfeld fehlt.


Ausgebrannt im Studium

Immer häufiger leiden auch Studierende unter dem Burnout-Syndrom. Mit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System lässt sich der Stoff nicht mehr entzerren. Die Regelstudienzeit sitzt jedem im Nacken. Studierende, die sich im Studium gern mehr Zeit lassen, gibt es kaum noch. Der Druck endet nicht mit dem Bachelorstudium. Wer sich für ein Masterstudium entscheidet, muss einen bestimmten Notenschnitt erreichen und der Konkurrenzdruck ist hoch. Auch wenn es sich bei der Regelstudienzeit um eine Empfehlung handelt, fassen viele Studierende diese eher als Muss auf und setzen sich mehrere Jahre unter Druck. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. Mit Nebenjobs halten sich viele Studierende über Wasser, um ihren Lebensalltag zu bestreiten. Unter der Last der anhaltenden Umstände können auch junge Menschen brechen. Ein Burnout im Studium zu bekommen, ist daher längst keine Seltenheit mehr.


Hilfe und Behandlung bei Burnout

Die Beschwerden sind äußerst unterschiedlich. Einen universellen Burnout-Test gibt es nicht. Dennoch gibt es Untersuchungen und Methoden, die zur Bewältigung und Vorsorge eines Burnouts beitragen können. Der wichtigste Schritt: Sprich darüber!
Universitäten bieten Studierenden beispielsweise Sprechstunden mit geschultem Personal an. Auch außerhalb des universitären Rahmens ist die Unterstützung von Fachkräften, z. B. Psychologen vonnöten. Voraussetzung dafür ist, dass Betroffene erkennen, dass sie am Limit ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sind. Ein Gespräch mit dem Arzt ist der erste Schritt zur Genesung. Therapiemöglichkeiten in Form von Sport, einer Kur oder psychologischer Unterstützung können bei der Bewältigung helfen.

Zusätzlich helfen:

  • Bewegung durch Spaziergänge, Fahrrad- statt Autonutzung
  • ausreichend Schlaf
  • keine uneingeschränkte Erreichbarkeit mehr
  • eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung
  • schöne Momente verbringen: ein Abendessen mit Freunden, einem guten Film oder alle Aktivitäten, die Dir gut tun und Freude bereiten


Burnout oder Depression?

Auch wenn ein Burnout häufig von Depressionen begleitet wird – es sind unterschiedliche Krankheitsbilder. Während Burnout-Symptome im Kontext zu einem bestimmten Umstand stehen – zum Beispiel Stress im Job – sind Depressionen kontextfrei. Depressive Menschen können den Grund ihrer negativen Gedanken häufig nicht einer bestimmten Sache zugrunde legen. Menschen, die an Burnout leiden, sind zudem aggressiv, unruhig und angespannt, zeitgleich aber erschöpft. Diese Kombination tritt bei depressiven Menschen hingegen eher nicht auf.
Zugegeben: im fortgeschrittenen Stadium ist es nahezu unmöglich beide Krankheiten noch auseinander zu halten. Grund dafür ist, dass die Probleme, die bei einem Burnout vorerst nur in einzelnen Lebensbereichen auftraten sich sukzessiv auf alle anderen ausweiten.

Die Stressresistenz und persönliche Resilienz unterscheidet sich bei jedem Menschen und somit auch die Wahrscheinlichkeit an dem Burnout-Syndrom zu erkranken. Egal, ob Studierender oder Berufseinsteiger: Ein Burnout hat nichts mit persönlichem Versagen zu tun! Zudem erleiden nicht alle Menschen, die Stress ausgesetzt sind, ein Burnout. Viele fühlen sich der Herausforderung gewachsen und steigern sogar ihre Leistung unter Druck. Um ein Burnout im Studium zu vermeiden, solltest Du also immer ein Auge auf Deine seelische und physische Gesundheit haben — besonders bei hohem Stress!

Thesius wünscht Dir viel Erfolg beim Lernen und begleitet Dich durch Dein gesamtes Studium – von der ersten Hausarbeit bis zur Bachelorarbeit und Masterthesis!


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